Jack Kerouac und seine Träume
Rezension von Michael Masters
Meine lieben Leser,
als ich in jungen Jahren auf den Pfaden der Blumenkinder zwischen Kathmandu und San Francisco wandelte, hatte ich in meinem alten Rucksack meistens ein Buch jenes Autors dabei, den ich Ihnen heute vorstellen will. Es handelt sich um den großen amerikanischen Schriftsteller franko-kanadischer Abstammung, dessen Schicksal ihn zum Sprachrohr der Beatnik-Bewegung werden ließ, Jack Kerouac.
Wer waren das, die Beatniks? Nun, man kann sie die Subkultur der Fünfziger Jahre nennen, eine jener Bewegungen jugendlicher Rebellion, die ähnlich den Hippies zehn bis fünfzehn Jahre später schon mit Drogen zu tun hatte, aber noch etwas mehr auf intellektuellere Kreise wie Studenten und Künstler beschränkt war. Die Beatles nannten sich nach den Beatniks, und das Wort leitet sich vom "beat" ab, dem Schlag, besser Schlag-Rhythmus - im weiteren Sinne natürlich dem heißen Rhythmus des Lebens selbst, und auch das US-Slangwort "Kaputnik" vom jiddisch-deutschen 'kaputt' steckt in dem Wort 'Beatnik'. Die Nachfolger der Beatniks wurden schon genannt, die Hippies, für die die Bücher Kerouacs in mancher Hinsicht eine Bibel waren. Vorläufer waren etwa die "Lost Generation" (verloren nach dem Ersten Weltkrieg), wie sie etwa wunderschön autobiographisch Hemingway in "Fiesta" schildert, aber auch die Hipsters - von denen wiederum die Hippies ihren Namen haben - die lichtscheue amerikanische Drogenkultur aus den Jahren 1910 bis 1930, von der nur wenige literarische Zeugnisse berichten.
Die Beatniks standen für jene wilde, unbedingte Sehnsucht nach einem wirklich freien Leben, die sich von James Dean bis Nike bestens vermarkten ließ und insofern eine erfolgreiche Revolution des Lebensstils verursacht hat. Die Lektüre der Bücher Kerouacs öffnet einem die Augen über viele Details der heutigen amerikanisierten Welt, die in jener Zeit von den Beatniks geprägt oder vorgefunden wurden. Kerouac beschreibt auf emotional tief berührende Weise das Lebensgefühl der unruhigen westlichen Jugend, wie es in weiten Teilen bis heute Bestand hat. Der Grund, warum ich heute aber über Jack Kerouac schreiben will, ist - sie werden es schon ahnen - ein kleines Büchlein aus seiner Feder über Träume, das "Traumtagebuch".
Es ist tatsächlich eine reine Chronik der nächtlichen Träume und Alpträume, die Kerouac umtrieben, und nicht etwa eine literarische Aufbereitung innerer Bilderwelten. Im Original hieß das Werk "Book of Dreams" und erschien 1961. Auf deutsch erschien es erst 1978 im Maro-Verlag, 1981 als Taschenbuchausgabe im Fischer Verlag. Mir liegt diese schon etwas vergilbte Ausgabe vor: ein reiches Kompendium von etwa zweihundert Träumen auf 191 Seiten. Vor allem wegen dieser seltenen Vielzahl von Träumen will ich Ihnen, werte Leser und tief geschätzte Leserin, dieses schmale Büchlein empfehlen. Kerouacs Träume haben es allerdings in sich und man sollte sie sich vielleicht nur in geringer Dosierung zuführen - sie würden, worauf ich noch eingehen werde, jeden Psychiater und Toxikologen entzücken. Eine letzte deutsche Auflage erschien, für schmale siebeneinhalb Euro, im Jahr 2000 bei rororo, wo auch die meisten anderen Bücher Kerouacs erschienen sind. Ohne diese anderen Bücher und die Weltsicht der Beatniks lässt sich aber das Traumtagebuch Kerouacs nur schwer verstehen; ich muss also darum zunächst etwas näher auf beides eingehen.
Die bekanntesten Bücher Kerouacs, und jene, die ich damals beim Trampen durch die Welt heiß verschlang, waren "On the Road" (deutsch: "Unterwegs"), "The Dharma Bums" (mit dem unglücklichen deutschen Titel "Gammler, Zen und hohe Berge", wörtlich heißt es "die Dharma-Landstreicher", wobei Dharma die Lehre Buddhas ist), und "Desolation Angels" (mit dem noch unglücklicheren deutschen Titel "Engel, Kif und neue Länder", wörtlich "Engel der Verwüstung"). Das schönste Buch ist vielleicht "The Dharma Bums" - man möchte sofort seinen Rucksack packen und losziehen. Die Bücher berichten von Amerika, vom Unterwegs-Sein in Amerika Ende der 40er und den Menschen, denen Kerouac und seine Freunde dabei begegnen. Es sind nicht die Menschen der Glamour-Welt von Hollywood, die Reichen und Mächtigen, die da geschildert werden, sondern einfache Menschen, das amerikanische Volk: wohlgenährte, saubere, lächelnde Mädchen in Kleinstädten der Prärie, einfache Arbeiterfamilien in den Industriestädten Neuenglands wie derjenigen, der Kerouac entstammt, kalifornische Eisenbahner und Seeleute, arme Aussteiger am Rande der Städte, traurige junge Prostituierte in New Orleans. Kerouac liebte Amerika, wenn er auch immer ein Außenseiter blieb. Insofern war er viel weniger Rebell als die meisten seiner Beatnik-Freunde, sondern blieb ein Poet, der mit unmenschlich viel Herz und tragischer Leidenschaft das Leben Amerikas beschrieb, seiner Heimat, die er liebte, die ihn aber nie ganz anerkannte.
Er beschreibt aber nicht nur Amerika, sondern kreist immer wieder auch nur um sich selbst, um seine Clique und seine Beziehungen zu den ungewöhnlichsten und verrücktesten Menschen. Hierbei kann einem die Vielzahl der Namen im Traumtagebuch manchmal zu viel werden. Immer aber schreibt Kerouac mit tiefem Einfühlungsvermögen und einer seelischen Größe - nicht umsonst zählte Dostojewski zu seinen Lieblingsschriftstellern. Dieser tiefen seelischen Empfindung steht jedoch ein gewaltiger Narzissmus zur Seite, der Kerouac offenbar mehr und mehr in tiefe Verzweiflung trieb und zu einer allmählichen, aber gründlichen Selbstzerstörung führte.
Geboren wird er am 12. März 1922 als Jean-Louis de Kerouac in Lowell, einer absterbenden kleinen Textilindustrie-Stadt im kalten Nordosten. Seine Eltern sind aus dem nahen französischen Kanada eingewandert, sogenannte "Canucks". Die Canucks sind in jenem Teil der USA die Gastarbeiter, verächtlich "weiße Neger" genannt, die die härteren Arbeiten für wenig Geld verrichten. Der Vater ist allerdings ein freier Drucker und kleiner Geschäftsmann, überdies stolz auf seinen alten bretonischen Namen, allerdings auch ein Spieler und Säufer. Die katholischen Canuck-Familien halten eng zusammen in der feindlichen Umgebung, und der kleine Jean (Jack nannte er sich erst seit der High School) spricht die ersten sechs Jahre nur einen französischen Dialekt. Seinen älteren Bruder - der stirbt, als Jack neun Jahre alt ist - vergöttert er als Heiligen, und immer wird er eine sehr enge Beziehung zu seiner Mutter unterhalten. Später wird der große, gutaussehende junge Mann zwar Erfolg bei den Mädchen haben, kurz Footballstar sein und ein Stipendium für die Columbia Universität in New York bekommen, aber schon aus dem Kriegsdienst im Zweiten Weltkrieg, zu dem er sich neunzehnjährig als Freiwilliger bei der Marine meldet, wegen psychischer Probleme 1943 wieder entlassen.
Nun beginnt ein äußerst unstetes Leben mit ständig wechselnden Frauen und sehr engen Freunden in der New Yorker Bohéme. Viele der Freunde sind homosexuell, Kerouac dagegen - gut katholisch erzogen - bleibt seiner Heterosexualität treu. Die Keimzelle der Beatnikbewegung, die Ur-Clique sind folgende vier Freunde: Allen Ginsberg, homosexueller jüdischer Intellektueller, der als erster literarischen Ruhm erntet (mit seinem gigantomanen Gedicht "Howl" - "Das Geheul") und durch dessen ständige Empfehlung auch Kerouac erst als Autor bekannt wird; William Burroughs, brillianter Kopf aus einer reichen amerikanischen Industriellenfamilie, bekennender Drogensüchtiger bis ins hohe Alter, Autor von "Junkie - Bekenntnisse eines unbekehrten Rauschgiftsüchtigen", ausgestoßener Homosexueller, der eine Zeit lang Kerouacs bewunderter Lehrer wird; und vor allem Neal Cassidy, der beste Freund Kerouacs, ein Windhund von großem Charisma, Heimzögling aus Denver in den westlichen Rocky Mountains, Betrüger, Herumtreiber und Herzensbrecher, bisexuell, äußerlich ein Zwilling des gutaussehenden Kerouac. Mit ihm zieht der immer auch zur Melancholie neigende Kerouac durch Amerika, mit ihm nimmt er Marihuana und Amphetamine und redet nächte- und wochenlang ununterbrochen über östliche Philosophie und Frauen und das Leben, während sie kreuz und quer durch Amerika fahren, immer wieder und wieder. Neal verschafft ihm einen Job als Bremser bei der kalifornischen Eisenbahn, und Neals Frau schläft mit Jack, wozu Neal eine sehr ambivalente Einstellung hat. Aber auch sonst teilen sie sich ihre Frauen wie echte Brüder. Leider reichen die wenigen Zeilen hier nicht aus, um eine Ahnung von den Abenteuern, dem Lebensstil, den Freundschaften und menschlichen Verwicklungen zu geben, die die Clique durchlebte.
Jack Kerouac und Neal Cassidy 1952 in San Francisco
Kerouac entwickelte als Autor eine Methode, die er "spontanes Schreiben" nannte. Diese Methode übernahm er aus Briefen seines Freundes Neal, der ihm einmal so einen hundertseitigen Brief schrieb, selber aber nie ein Buch veröffentlichte. Durch nichts sollte der kreative Fluss der Gedanken gehindert werden, jede Idee, jede Äußerung des Herzens sollte ohne Verbesserung, ohne inneren Zensor, niedergeschrieben werden. Grammatik diente nur als eine Technik ähnlich dem Atemholen und wurde ansonsten ganz ignoriert. Kerouac schrieb so sein erstes bekanntes Buch "Unterwegs" auf einer Rolle von 300 Seiten japanischen Papiers, die er aneinander geklebt hatte, weil ihm das ständige Einspannen neuer Blätter in seine Schreibmaschine zu mühsam war bei seinem manischem Schreibfluss. Er beschrieb "die Straße" in einem ihr angemessenem Rhythmus - und der war schnell.
So ist es auch im "Traumtagebuch" gehalten. Wem es nichts ausmacht, einen Text ohne jeden Punkt zu lesen (es gibt tatsächlich nicht einen normalen Satzende-Punkt in dem ganzen Buch), der wird an dem Traumtagebuch seine Freude haben: das genaue, detailreiche Erinnern und spontane Notieren auch der schwierigsten tief empfundenen Gefühle war eine der Stärken Kerouacs. Doch will ich endlich einmal den Autor selber zu Wort kommen lassen mit einem kleinen Auszug aus dem Buch:
"DER GROSSE ORIENTALISCHE KALIF kastriert die Priester mit einem Ausdruck sanften besorgten Mitgefühls, er hat einen kleinen Silberhaken, den er an ihre Teile anlegt, wenn sie zu ihm gehen und ihr Hosentürchen öffnen (aber vom Publikum abgewandt, so daß man den wirklichen Penis und wie es funktioniert nicht sieht) was man tatsächlich sieht ist der Ausdruck enttäuschten Schmerzes auf den Gesichtern der Gläubigen, die anscheinend gedacht hatten, der Kalif würde sie von ihren verderbenbringenden Hoden des Eros befreien, ohne ihre materiellen Körper zu verletzen oder zu verwunden, wie kurz auch immer - ich bin der Nächste in der Reihe, genauso widerstrebend wie ein Dutzend andere, als mir dämmert, was Kastration bedeutet - wenn ich es mit dem Gefühl betrachte weigere ich mich - Es kommt zu einem Zeitpunkt, als ich bereit bin, mit der Entsagung Schluß zu machen und wieder alles erwarte und akzeptiere - ich geh vor und sag "Nein" - Im nächsten Raum sind die Soldaten des Braunen Ostens, zu Aufsehern bei der stillen Kastration der Schüler ernannt - Zwei besonders junge braunhäutige Wachen (nicht in Uniform, sondern wie die Fahrgäste in einem mexikanischen Stadtbus) schlagen sich selbst in unglaubliche Erregung hinein mit Rede und Gegenrede und dann kommen sie, um mich zu bearbeiten - Doch sie taugen nichts, ich wehr sie mit Leichtigkeit ab und geh zum Fenster und rette mich hinaus - Einer meiner alten Heldenfreunde, der mit mir zusammen Mönch war und zuvor Autowäscher in der Lowell Depot Garage hält nun eine Rede für die Mönche und Wachen des Kalifen in der eigentümlichen Lähmung und der Seite zum Hof des Hauses, als ich mich an seidenen Kordeln zu dem Fellaheen Mysterium des Entkommens abseil "Er ist so ein großartiger Flüchtling, ich bitte zu beachten, daß dieser Weltmeister eine Wand hinuntergehen kann, ohne die Wand überhaupt zu berühren" was ich in der Tat ohne jede Schwierigkeit mache - Meine Flucht ist so klar wie die Luft - Meine Feinde haben keinen Halt - Meine Persönlichkeit ist so wenig sie selbst, daß ich nicht mal den Boden, geschweige denn die Wand berühre - Doch der Schmerz von dem silbernen Nußknacker mit einer Hand um den Griff wäre 'wirklich' gewesen, glaub ich, und mach mich davon - Abgesehen davon, ob sie mich nun unter einer Lokomotive oder unter einem Heiligen Baum beerdigen werden, die Leere ist immer die gleiche - Wie ein von der Eierschale befreites Hühnchen, so geh ich los, in keine bestimmte Richtung, lyrisch, Licht"
Das "Traumtagebuch" ist zwar erst 1961 erschienen, aber wie viele Bücher des Autors schon einige Jahre früher entstanden. Sieben Jahre lang reiste Kerouac mit dem Manuskript von "Unterwegs" - das heute millionenfach verkauft ist und als Klassiker der amerikanischen Literatur an den Universitäten gelehrt wird - umher und kein Verlag wollte es haben. In jenen sieben Jahren von 1950 bis 1957 entstanden auch die meisten anderen bekannten Bücher Kerouacs und auch die Träume des "Traumtagebuchs" stammen aus dieser Zeit. Als der Erfolg endlich da war, kam Kerouac damit überhaupt nicht klar. Er sollte auf einmal Sprachrohr der Beatnik-Jugendbewegung sein, und war nun schon 35 und ziemlich herunter gekommen. Die Urbeatniks hatten noch andere Musik gehört - Bebop und Hot Jazz - andere Kleider getragen, hatten sich noch als etwas ganz Einzigartiges gefühlt, und nun wollte Hinz und Kunz auf den Beat-Zug aufspringen. Kerouac wurde zu Intellektuellen-Lesungen eingeladen, in Talk Shows und Literatursendungen. Vor allem aber sahen viele Literaturkritiker ihn nur als verrückten Beatnik-Autor, was Kerouac tief verletzte. Schon in den Jahren zuvor war neben Drogen Alkohol ein Problem Kerouacs gewesen, nun ergab er sich ihm völlig. Er brach mit allen Bekannten, isolierte sich zunehmend und zog zur Mutter, der er von seinen Tantiemen ein kleines Haus gebaut hatte. Dort starb er 1969 im Alter von 47 Jahren als tief deprimierter Säufer. Das Blut des Toten war gesättigt mit Alkohol und Amphetaminen, eine Gewohnheit, von der er anscheinend nie hatte lassen können.
Auch im Traumtagebuch sind die Schatten der mächtigen Dämonen zu erkennen, die ihn umtrieben und schließlich zu einem frühen Tod führten. Ich weiß darum nicht recht, wem ich das Büchlein überhaupt empfehlen sollte. Man braucht starke Nerven dazu. Günstig wäre es sicherlich, wenn man Amerika etwas kennt, da man mit den Schauplätzen der Träume sonst nicht immer viel anfangen kann, und förderlich wäre es sicherlich auch, wenn man selber einmal in einer Jugend-Subkultur unterwegs war, um die Denkweise und oft auch die Sprache zu verstehen. Überhaupt haben seine Bücher wohl einen großen - wenn auch nicht ungefährlichen - Reiz vor allem für junge Leute. Die ungeheure Geschwindigkeit der Sprache, die radikale Offenheit, die forcierte Überschwemmung mit unbewussten Inhalten, der rasante Wechsel der Traumszenen - dies alles hat aber auch etwas sehr Ungesundes. Und dennoch macht gerade dieser schnelle Rhythmus, der rasende Beat, das Faszinierende der Bücher Kerouacs aus. Ohne die tiefe Menschlichkeit und Herzenskraft, die Kerouac eigen ist, wäre das Buch wohl allerdings kaum genießbar. Man spürt bei der Lektüre fast körperlich die Rauschhaftigkeit, mit der der Autor zu Bett gegangen ist - ein Rausch, der oft genug durch Marihuana und Amphetamine erzeugt worden sein dürfte. Für denjenigen, der die Auswirkungen von Drogen auf einen Menschen und seine Träume studieren will, ist das Buch sicherlich zu empfehlen. Wenn man sich einmal etwas träge fühlt, könnte das Buch sicher auch eine anregende Wirkung entfalten und die Traumkraft auf lange vergessene Pfade jugendlicher Sehnsucht und nacktem Rausch an der Lebendigkeit der unbewussten Tiefen führen.
Jedoch sollen Sie selber entscheiden, ob Sie sich dieses Büchlein zu Gemüte führen wollen. Ich lasse darum zum Abschluss den Autor noch einmal sprechen und habe dazu sechs Träume aus dem reichhaltigen Fundus ausgewählt. Allein wegen dieser großen Zahl echter und ehrlich aufgeschriebener Träume eines großen Künstlers gehört das Büchlein schon auf den Gabentisch eines jeden Traumbegeisterten. Das kleine Geschenk einer Auswahl der Träume wollte ich Ihnen - bezaubernde Leserin und teurer Leser, die bis hierher durchgehalten haben - jedenfalls noch machen. Ich habe mich bemüht, die interessanteren und lesbareren Träume aus dem manchmal chaotischen Traumdurcheinander des Buches auszuwählen. Verzeihen Sie mir, wenn es Ihren Geschmack doch nicht ganz treffen sollte, aber solch detaillierte Traumtagebücher von Autoren sind nun einmal rar.
Ich wäre glücklich, wenn Sie mir weiter treu blieben, denn demnächst werde ich hier das große "Buch der Träume" von Ignaz Jezower aus dem Jahre 1928 vorstellen und später noch einige weitere meiner Kostbarkeiten und Raritäten zum Thema Traum.
Mit den allerfreundlichsten Grüßen,
Ihr Michael Masters...
der gerne Ihre Kritik und Anregungen beantworten wird.
ICH HATTE ZWEI KATZEN im gespenstischen Amsterdam, eine kleine lebhafte gelbe, eine größere graue, für mich waren sie wie Kinder - ich geh die Straße runter, auf der Suche nach der Tragödie die irgendwas mit Ma's Schwangerschaft zu tun haben muß, komm aus der Billardhalle raus - der Mond - ich hör Lärm, dreh mich um, mein Gott, große Aufregung, eine riesige magere Dogge rennt über die Straße mit meiner Katze im Maul - ich fang an zu rennen, um sie aufzuhalten - ich weiß, es ist zu spät - mein armes liebes Kätzchen wird sterben, ich weiß, mein kleiner Hüpfer ist bereits in der Kehle dieser Baskerville-Bestie - oh, von wo kam nur dieses furchtbare geisterhafte Untier??!! - ich schrei, als ein riesiger Bus vorbeidonnert - drinnen höre ich mein Kind weinen - auf der Straße mach ich für die grinsenden Männer, die aus dem Rückfenster schaun, eine Pantomime, daß mein kleines Kind da drin ist, ich mach die Zeichen, sie lachen bloß, doch drinnen greift eine kräftige Frau ein, veranlaßt den Busfahrer, zu halten - der Bus stoppt - das Gepäck ist wie bei Flughafenbussen - das Kennzeichen zeigt QUEBEC - ich öffne die hintere Seitentür, spring rein, gehetzt, laut, närrisch, "Ist meine Tochter in dem Bus?" und während ich frage merk ich, daß ich einen großen Fehler gemacht hab und bloß unter Verfolgungswahn leide und obwohl alle (außer der kräftigen Frau) lachen senkt sich ein tödliches Schweigen über den Bus, als niemand antwortet - und natürlich hab ich mich getäuscht, meine kleine Tochter ist nicht hier, ich bin verrückt und weiß es und alle anderen auch - ich kletter wieder raus - dabei schau ich die Straße hoch und seh meine tragische kleine Katze im Maul von dem großen Hund - hilflos schreiend jagen meine Kinder hinter ihm her, seine langen spindeldürren Geisterbeine zeichnen sich helldunkel ab gegen den traumdüsteren Horizont von Amsterdam's mottengewärmten -
ICH LECKE JUNE BEAUTY in einem Schlafzimmer im zweiten Stock irgendwo in der Nähe der Bunker Hill Street mit dem nach Osten reitenden Weißen Pferd, wo wir in der Nacht zuvor nach geheimen dunklen Plätzen zum Bumsen gesucht hatten, in dem mondhellen Schatten eines Hauses, der auf unser Bett oder Fahrzeug fällt, doch nachdem wir einmal angefangen haben, erkenne ich, es war gar nicht so dunkel und sie sehen uns vielleicht im Inneren des Hauses mit den traurigen schwacherleuchteten roten Fenstern (Andeutungen von Pauline Cole und mir, wie wir in der sanften oralen Dunkelheit lachen) - ich bin nicht reich, nicht arm, glücklich liebend - nun sind wir in einem taghellen Zimmer und ich kniee keuchend vor ihr, in Ekstase zuckt sie vor und zurück, ich kaue & arbeite - plötzlich merk ich, daß ein ganzer Haufen Arbeiter auf dem nächstgelegenen Dach alles sehen können, doch jeder von ihnen tut so, als würde er überhaupt nicht hergucken und als ich schließlich hochschau (Leidenschaft verbraucht, Blindheit vorbei) haben wir riesige Doppelfenster, die das ganze Dach zeigen - gegenüber der Gasse lacht eine Frau in den Morgen, während wir Sex miteinander hatten, dachte ich undeutlich, sie lacht, weil sie uns gesehen hat, hatte mich aber nicht weiter darum gekümmert - Doch jetzt lacht sie immer noch, während ich auf der Suche nach möglichen verdächtigen Beobachtern herumglotze, in dem Raum der Ewigkeit mit meiner nackten Schönheit -
EIN TURM IST GEBAUT WORDEN in New York, um zu zeigen, wohin die Atombombe gelegt wird, wenn die Zeit gekommen ist, die Stadt in die Luft zu jagen - Ankündigungen deuteten auf nächsten Monat hin und die Evakuierungen haben begonnen - Man sieht die Stadt jetzt bei Nacht - dunkel, unter einem schwachen Mond, vereinzelte Lichter überall von der verminderten Bevölkerung - Ich bin da auf einem traurigen Wohnhausbalkon und plane meine Abreise den nördlichen Fluß rechts hoch - Die ganzen Puertorikaner bleiben noch im untergangsgeweihten New York, um die üppigen Überbleibsel einer einst reichen Stadt noch einen letzten Monat lang auszukosten - ein Versuch, ihre ganze Manhattan Liebe aufzufressen - ihr Manhattanana, bevor sie es für immer verlassen müssen - ich schau im Mondlicht auf den Turm, er sieht so drohend, wach, leichentuchartig aus, zu sterben-
Anmerkung: die Türme des World Trade Center waren damals noch nicht einmal geplant - trotzdem, könnte man meinen, eine hellseherische Vision...
TRAURIGE GESCHICHTE VON DER EISENBAHN, ich bin ein Bremser, jung, unerfahren, arbeite in einem weiten erleuchteten Land mit meinem Vogel an der Leine - nach jedem Trip nehmen mir's die Vogelhalter der Eisenbahn aus der Hand - ich mach meine Arbeit, beende eine Tour, die in irgendein abgelegenes Land ging (davon später mehr) - komm zum Schluß schließlich an der Küste an, verlaß den Zug und plötzlich verlier ich den Vogel und er flattert mitsamt der Leine in den Himmel - "He!" schrei ich - es ist vor auch schon passiert, man bekommt Minuspunkte - "Wohin wird er fliegen?" frag ich die Vogelhalter, deren traurige Arbeit mit Käfigen und Samenkörnern in dunklen Eisenbahn-Vogelställen mir nie zuvor bewußt geworden ist - vielleicht find ich ihn eines Tages wieder, in einem Giebel nistend und immer noch mit der Leine um sein kleines Genick- oder in einem Sandnest am Strand - doch bis dahin - Es wechselt über zu einer sentimentalen George Sanders Komödie, er besitzt einen Antiquitätenladen, ist Junggeselle, ein wunderschönes Mädchen möchte etwas bei ihm kaufen, die Romanze beginnt, er führt sie zum Essen aus, in einer Schachtel schenkt er ihr eins von seinen teuren Stücken (ein Geschenk 'vor dem Essen', das mir irgendwie unwichtig erscheint) - sein Partner holt es - und die ganze Zeit weiß man, daß George eines Tages den Vogel wiederfinden wird - doch er scheint was dagegen zu haben, weiter in so einem sentimentalen Film mitzumachen, und mein Herz zittert, mir läuft's kalt über den Rücken in der Hoffnung, daß George Sanders seinen Vogel finden wird ... er lehnt die Idee ab und hat bereits das Stück und seine Rolle darin satt und man weiß, daß der Film kein Erfolg sein wird - irgendwo in seinen Antiquitäten, in seinem Laden, Mansarde, Empore, in der Traurigkeit des Traums wird der angekettete Vogel wieder auferstehen - Tränen - das erleuchtete Land, in das die Eisenbahn verläuft ... ein Mann fuhr uns alle in einem Auto zu einem Picknick, wegen einer Abkürzung verließ er die Straße und fuhr über ein paar Doppelschienen, jedoch mit einer uneinsichtigen Kurve, so daß man nie wußte, ob ein Zug kommt oder nicht und obwohl ich bloß ein kleiner Junge bin, hab ich doch lang genug bei der Eisenbahn gearbeitet und fühl mich verpflichtet und sogar berechtigt, zu rufen 'Mach das nie wieder! es ist das Gefährlichste, was man machen kann - such dir einen anderen Weg, um die Schienen zu überqueren!' und jeder hört respektvoll zu, sogar mein Vater, Pop, der auch hätte verärgert sein können, weil ich einen alten Freund von ihm angeschrien hatte, doch sie kennen und respektieren meine Eisenbahnkenntnisse und nicken und stimmen mir zu, doch plötzlich seh ich, daß die Doppelschienen hinter der Kurve in einem doppelten Prellbock enden, also war's überhaupt nicht gefährlich und ich sag "Oh, dann ist's ja in Ordnung, ich dachte..." - und in der Zwischenzeit werden unten in der Bahnstation Züge beladen, kommen an und fahren wieder ab - Wir haben ein großartiges Picknick, ich bin unter einer Tribüne und finde im Schutt schöne frische Äpfel, alle Arten von Früchten für Ma und vor allem möchte ich Pflaumen für sie haben, finde aber nur eine gute und bring alles ganz stolz zu ihr zurück zum Picknick im Sand und sie dankt mir - Während dieser Zeit bekomm ich den Vogel und arbeite mit ihm - bis mich meine Arbeit zu dem Ufer führt, und dann der Verlust - ich seh ihn schwächlich in den Himmel flattern mit der schweren Leine - graue Wolken
Anmerkung: Träume von seiner Zeit als Bremser bei der kalifornischen Eisenbahn kommen im 'Tagebuch' häufig vor...
IM FREMDEN VERSCHNEITEN FRISCO nehm ich hinterm Markt eine Abkürzung, ende aber auf dem Land zwischen schneebedeckten Farmen, obwohl sie immer noch 'parallel zum Markt' verlaufen, doch nun macht ein geschlossener Tunnel meine Rückkehr unmöglich und ich und ein anderer Kerl gehen durch die hölzerne Sperrtür und landen in weiten unterirdischen Höhlen voller entflohener orientalischer Kriegsgefangener, die sich dort verstecken - wir bewegen uns in verschiedenen Höhen, tiefer & tiefer, verirren uns immer mehr, unter Felsbrocken, Staub, Müll, Papier, Scheiße, Abwässer, Rinnsale von der Stadt darüber - schließlich find ich die beiden Orientalen, nach denen ich gesucht hatte, bei einem Feuer in der Ecke der weiten Höhle der Ewigkeit und wenn ich nicht aufpaß werden sie mich zum Abendessen rösten, weil's hier unten nichts Eßbares gibt - Oh, was ist nur mit den verschneiten Bauernhäusern geschehen?
MONTREAL, RUSSLAND. Große Szenen mit Eltern in einem Gebäude, eingeschlossen der haltlose Schwager Eddy Jones, der Taxifahrer in dieser fremden dunklen düsteren nördlichen Stadt ist - regnerisch und grau ist alles, als Eddy und ich, der 18 Jahre und noch ein bißchen kindlich ist, in seinem Taxi losfahren, um irgendwas zu holen - Eddy ist wie ein dünner W.C. Fields - "Junge" sagt er "wart hier, bis ich meinen Schluck Whisky hab - Der Ärger mit deinen Leuten ist, dauernd nörgeln sie an einem herum, dies oder jenes zu tun - Ich häng an meiner Freiheit, verstehst du?" - Er fährt weiter durch die ganze Stadt und im verregneten Morgen auf irgendeiner Straße der russischen Ebene und im Nuttenbezirk außerhalb der Stadt kommt er schließlich zu einer gigantischen Straßen-Pflastermaschine, die über die ganze Breite der Straße geht und vier Fuß hoch ist und Schienen für Teer hat, ein alter Arbeiter fährt sie - Eddy knallt sein Taxi direkt hinein, brang, und das ganze Ding zittert und schüttelt sich und bewegt sich vorwärts, nicht schwer - Eddy amüsiert sich köstlich und lacht und ist betrunken & verrückt - Als nächstes rammt er einen Lastwagen und stößt ihn immer weiter zurück (er ist leer) gegen einen Fußgänger, der auf der Straße zu laufen versucht - und weil das Lenkrad eingeschlagen ist folgt der Lastwagen dem Mann in einem Bogen - ein zuvor gerammter Lastwagen oder ein Taxi, ein Fahrer mit Schirmmütze springt raus und zieht einen bösartig aussehenden Revolver mit Holzgriff - "He" sag ich vom Rücksitz des Taxis "ganz ruhig, ich bin bloß Fahrgast" - er hält ihn am Lauf, um ihn zum Schlagen zu benutzen, während der Fußgänger bereits hergerannt ist und Eddy aus dem Taxi gezerrt hat und ihn hart und professionell mit den Fäusten aufs Kinn schlägt, also renn ich auch hin, um dem ein Ende zu machen und schaff's auch, Eddy vor den Schlägen in Sicherheit zu bringen, indem ich ihn an meiner Seite halte - Gerade, als der Taxifahrer seine Beschwerde einbringen will zieht der Fußgänger zu meiner Überraschung eine Pistole aus seiner Tasche und schießt Eddy ganz ruhig einmal in die Brust - Eddy ist überrascht und fühlt den Schmerz erst nachher, und fällt - plötzlich bin ich mit ihm allein auf der scheußlichen stürmischen regnerischen Straße in der Morgendämmerung, es ist keine Arbeitsstraße und so ist niemand in Sicht bis zu den Grenzen der grauen Düsternis - Eddy windet sich und schreit "Hol mir einen Schluck Whisky" - "Aber wo? wie?" ich bin allein mit einem Mann, dessen Verwundung ernst sein kann, ich weiß es nicht, und er will Whisky und liegt schmerzgepeinigt auf der Straße, sentimental, mein verrückter betrunkener Schwiegeronkel - ich bin so beunruhigt, daß ich mir wünsch, ich könnte weggehen - (Doch an der Ecke ist eine die ganze Nacht durch geöffnete Nutten- und Spiel-Cocktail-Lounge, mit blauen Vorhängen in der Plüschtür) - "Ich geh dahin und hol dir einen Schluck Whisky, Eddy?" - "Ja, ja, aber hol eine ganze Flasche, beim Zurückbringen verschüttest du bloß das Glas - " - in meiner Tasche find ich bloß einen 5 Dollar Schein und denk "Für den armen Eddy kann ich schon den allerletzten Schein opfern" doch ich hab Schuldgefühle und bedauere Furcht und Gier-Ängstlichkeit und hör mich selbst sagen "Hast du 5 Dollars" - "Ja, ja, in meiner Tasche, hol's raus" und ich muß seine Taschen durchsuchen, weil er sich nicht umdrehen kann und ich schau hoch, ob mich irgendjemand sieht, denk "Sie werden meinen, ich bin ein Räuber, der sein Opfer filzt" - Scheine fallen raus, ich nehm einen Fünfer und renn zu der Ecke im grauen Nebel, geh in die Bar - Sie wollen mir keine Flasche verkaufen - "Es ist zu spät, was zum Teufel ist mit dir los, weißt du das nicht?" - Es ist dunkel da drinnen, plüschig, blau, goldene Bar, Flaschen, Lichter und im Hintergrund ein Piano und die wenigen Stimmen von Leuten, die bis zur Morgendämmerung durchgetrunken haben - ich möcht ihnen sagen, warum ich die Flasche brauch - Sie reden miteinander - "Mußt bis 8 warten, Stadtverordnung" - Ich werd wütend auf die Welt mit ihren verdammten Regeln und Kommentaren zu Regeln und da draußen stirbt mein Onkel für einen Drink im Regen mit einer Kugel in der Brust, ich schnapp mir eine Flasche vom Regal am Ende der Bar und renn schnell raus - "Sollen sie mich jagen! Eddy wird seinen Drink bekommen!" doch als ich die teilenden Vorhänge erreich hör ich überhaupt keine Bewegungen auf der anderen Seite, sie reden immer noch über die Stadtverordnung und irgendjemand lacht sogar, anstatt also gejagt und angeschrien und angeschossen zu werden komm ich voll klar mit der Whiskeyflasche und Eddy's 5 Dollar Note! - Ich renn schweigend raus und die Straße hoch zu Eddy - Er ist tot - Mit der Flasche und seinem fünf Dollarschein in meinen Händen steh ich über Eddy gebeugt, der gerade eben für immer seine Unschuld zurückgewonnen hat, und weine aus Scham und Bitterkeit
Jack Kerouac
1922 Jean-Louis Lebris de Kerouac wird am 12. März in Lowell, Massachusetts, USA, geboren
1931 Jacks Bruder Gerard stirbt
1939/40 High-School Abschluß, Horace Mann Prep School, NYC
1940/41 Columbia-University, Football-Spieler
1942/43 Arbeit bei der Handelsmarine und als Hilfsarbeiter
1943 Kriegsmarine, Kerouac wird entlassen wegen Paranoia/Schizophrenie
1944 Kerouac trifft William Burroughs, Allen Ginsberg, Lucien Carr.
Heiratet Edie Parker, Scheidung nach zwei Monaten
1946 Jacks Vater Leo stirbt
1946-48 Arbeit an The Town and the City
1947-50 Reisen mit Neal Cassady
1948/49 Erste Fassung von On the Road entsteht
1950 The Town and the City erscheint.
Besuch bei William Burroughs in Mexico City.
Heirat mit Joan Haverty, Scheidung nach sechs Monaten
1956 Kerouac arbeitet als Feuerwächter
1957 Reisen nach Tanger und Paris
1952-60 Kerouac schreibt Visions of Cody, Doctor Sax, Maggie Cassidy, The Subterraneans, San Francisco Blues, Mexico City Blues, Tristessa, Desolation Angels, Lonesome Traveller.
1966 Heirat mit Stella Sampas
1968 Neal Cassidy stirbt.
Reise nach Deutschland, Spanien, Portugal
1969 Kerouac stirbt am 21. Oktober in St. Petersburg, Florida, USA
Die Bücher von Kerouac
The Town and the City (The Town and the City), 1950
On the Road (Unterwegs), 1957, dt. 1959 rororo (geschrieben um 1950)
The Subterraneans (Be-Bop, Bars und weißes Pulver), 1958
The Dharma Bums (Gammler, Zen und Hohe Berge), 1958, dt. bei Rowohlt seit 1963 (geschr. 1955).
Essentials of Spontaneous Prose, 1958
The Last Word, 1959
Belief and Technique for Modern Prose, 1959
Doctor Sax (Doctor Sax), 1959, dt. 1987 Heyne
Maggie Cassidy (Maggie Cassidy), 1959
Mexico City Blues, 1959
Tristessa (Tristessa), 1960 dt. 1965 (geschrieben 1956/57)
Lonesome Traveller (Lonesome Traveller), 1960
Scripture of the Golden Eternity (Die Schrift der goldenen Ewigkeit), 1960
The Book of Dreams (Traumtagebuch), 1961, dt. 1978 Maro-Verlag, letzte Aufl. 2000 rororo
Big Sur (Big Sur), 1963
Desolation Angels (Engel, Kif und neue Länder), 1960, dt. 1971 rororo (geschrieben ca.1957)
Satori in Paris (Satori in Paris), 1966
Vanity of Dulouz (Die Verblendung des Dulouz), 1969
Pie, 1971
Scattered Poems, 1971
Visions of Cody, 1972
Two Early Stories, 1973
Old Angel Midnight, 1973
Heaven and other Poems, 1977
Bücher über Kerouac
Bis ans Ende aller Straßen - Die Lebensgeschichte des Jack Kerouac, Frederik Hetmann, Beltz Verlag, 1989
Beat: die Anthologie, Karl O. Paetel (Hrsg.), Maro-Verlag, 1993
Kerouac, A Biography, Ann Charters, Andre Deutsch, 1973
© 2003 Michael Masters
Meine lieben Leser,
als ich in jungen Jahren auf den Pfaden der Blumenkinder zwischen Kathmandu und San Francisco wandelte, hatte ich in meinem alten Rucksack meistens ein Buch jenes Autors dabei, den ich Ihnen heute vorstellen will. Es handelt sich um den großen amerikanischen Schriftsteller franko-kanadischer Abstammung, dessen Schicksal ihn zum Sprachrohr der Beatnik-Bewegung werden ließ, Jack Kerouac.
Wer waren das, die Beatniks? Nun, man kann sie die Subkultur der Fünfziger Jahre nennen, eine jener Bewegungen jugendlicher Rebellion, die ähnlich den Hippies zehn bis fünfzehn Jahre später schon mit Drogen zu tun hatte, aber noch etwas mehr auf intellektuellere Kreise wie Studenten und Künstler beschränkt war. Die Beatles nannten sich nach den Beatniks, und das Wort leitet sich vom "beat" ab, dem Schlag, besser Schlag-Rhythmus - im weiteren Sinne natürlich dem heißen Rhythmus des Lebens selbst, und auch das US-Slangwort "Kaputnik" vom jiddisch-deutschen 'kaputt' steckt in dem Wort 'Beatnik'. Die Nachfolger der Beatniks wurden schon genannt, die Hippies, für die die Bücher Kerouacs in mancher Hinsicht eine Bibel waren. Vorläufer waren etwa die "Lost Generation" (verloren nach dem Ersten Weltkrieg), wie sie etwa wunderschön autobiographisch Hemingway in "Fiesta" schildert, aber auch die Hipsters - von denen wiederum die Hippies ihren Namen haben - die lichtscheue amerikanische Drogenkultur aus den Jahren 1910 bis 1930, von der nur wenige literarische Zeugnisse berichten.
Die Beatniks standen für jene wilde, unbedingte Sehnsucht nach einem wirklich freien Leben, die sich von James Dean bis Nike bestens vermarkten ließ und insofern eine erfolgreiche Revolution des Lebensstils verursacht hat. Die Lektüre der Bücher Kerouacs öffnet einem die Augen über viele Details der heutigen amerikanisierten Welt, die in jener Zeit von den Beatniks geprägt oder vorgefunden wurden. Kerouac beschreibt auf emotional tief berührende Weise das Lebensgefühl der unruhigen westlichen Jugend, wie es in weiten Teilen bis heute Bestand hat. Der Grund, warum ich heute aber über Jack Kerouac schreiben will, ist - sie werden es schon ahnen - ein kleines Büchlein aus seiner Feder über Träume, das "Traumtagebuch".
Es ist tatsächlich eine reine Chronik der nächtlichen Träume und Alpträume, die Kerouac umtrieben, und nicht etwa eine literarische Aufbereitung innerer Bilderwelten. Im Original hieß das Werk "Book of Dreams" und erschien 1961. Auf deutsch erschien es erst 1978 im Maro-Verlag, 1981 als Taschenbuchausgabe im Fischer Verlag. Mir liegt diese schon etwas vergilbte Ausgabe vor: ein reiches Kompendium von etwa zweihundert Träumen auf 191 Seiten. Vor allem wegen dieser seltenen Vielzahl von Träumen will ich Ihnen, werte Leser und tief geschätzte Leserin, dieses schmale Büchlein empfehlen. Kerouacs Träume haben es allerdings in sich und man sollte sie sich vielleicht nur in geringer Dosierung zuführen - sie würden, worauf ich noch eingehen werde, jeden Psychiater und Toxikologen entzücken. Eine letzte deutsche Auflage erschien, für schmale siebeneinhalb Euro, im Jahr 2000 bei rororo, wo auch die meisten anderen Bücher Kerouacs erschienen sind. Ohne diese anderen Bücher und die Weltsicht der Beatniks lässt sich aber das Traumtagebuch Kerouacs nur schwer verstehen; ich muss also darum zunächst etwas näher auf beides eingehen.
Die bekanntesten Bücher Kerouacs, und jene, die ich damals beim Trampen durch die Welt heiß verschlang, waren "On the Road" (deutsch: "Unterwegs"), "The Dharma Bums" (mit dem unglücklichen deutschen Titel "Gammler, Zen und hohe Berge", wörtlich heißt es "die Dharma-Landstreicher", wobei Dharma die Lehre Buddhas ist), und "Desolation Angels" (mit dem noch unglücklicheren deutschen Titel "Engel, Kif und neue Länder", wörtlich "Engel der Verwüstung"). Das schönste Buch ist vielleicht "The Dharma Bums" - man möchte sofort seinen Rucksack packen und losziehen. Die Bücher berichten von Amerika, vom Unterwegs-Sein in Amerika Ende der 40er und den Menschen, denen Kerouac und seine Freunde dabei begegnen. Es sind nicht die Menschen der Glamour-Welt von Hollywood, die Reichen und Mächtigen, die da geschildert werden, sondern einfache Menschen, das amerikanische Volk: wohlgenährte, saubere, lächelnde Mädchen in Kleinstädten der Prärie, einfache Arbeiterfamilien in den Industriestädten Neuenglands wie derjenigen, der Kerouac entstammt, kalifornische Eisenbahner und Seeleute, arme Aussteiger am Rande der Städte, traurige junge Prostituierte in New Orleans. Kerouac liebte Amerika, wenn er auch immer ein Außenseiter blieb. Insofern war er viel weniger Rebell als die meisten seiner Beatnik-Freunde, sondern blieb ein Poet, der mit unmenschlich viel Herz und tragischer Leidenschaft das Leben Amerikas beschrieb, seiner Heimat, die er liebte, die ihn aber nie ganz anerkannte.
Er beschreibt aber nicht nur Amerika, sondern kreist immer wieder auch nur um sich selbst, um seine Clique und seine Beziehungen zu den ungewöhnlichsten und verrücktesten Menschen. Hierbei kann einem die Vielzahl der Namen im Traumtagebuch manchmal zu viel werden. Immer aber schreibt Kerouac mit tiefem Einfühlungsvermögen und einer seelischen Größe - nicht umsonst zählte Dostojewski zu seinen Lieblingsschriftstellern. Dieser tiefen seelischen Empfindung steht jedoch ein gewaltiger Narzissmus zur Seite, der Kerouac offenbar mehr und mehr in tiefe Verzweiflung trieb und zu einer allmählichen, aber gründlichen Selbstzerstörung führte.
Geboren wird er am 12. März 1922 als Jean-Louis de Kerouac in Lowell, einer absterbenden kleinen Textilindustrie-Stadt im kalten Nordosten. Seine Eltern sind aus dem nahen französischen Kanada eingewandert, sogenannte "Canucks". Die Canucks sind in jenem Teil der USA die Gastarbeiter, verächtlich "weiße Neger" genannt, die die härteren Arbeiten für wenig Geld verrichten. Der Vater ist allerdings ein freier Drucker und kleiner Geschäftsmann, überdies stolz auf seinen alten bretonischen Namen, allerdings auch ein Spieler und Säufer. Die katholischen Canuck-Familien halten eng zusammen in der feindlichen Umgebung, und der kleine Jean (Jack nannte er sich erst seit der High School) spricht die ersten sechs Jahre nur einen französischen Dialekt. Seinen älteren Bruder - der stirbt, als Jack neun Jahre alt ist - vergöttert er als Heiligen, und immer wird er eine sehr enge Beziehung zu seiner Mutter unterhalten. Später wird der große, gutaussehende junge Mann zwar Erfolg bei den Mädchen haben, kurz Footballstar sein und ein Stipendium für die Columbia Universität in New York bekommen, aber schon aus dem Kriegsdienst im Zweiten Weltkrieg, zu dem er sich neunzehnjährig als Freiwilliger bei der Marine meldet, wegen psychischer Probleme 1943 wieder entlassen.
Nun beginnt ein äußerst unstetes Leben mit ständig wechselnden Frauen und sehr engen Freunden in der New Yorker Bohéme. Viele der Freunde sind homosexuell, Kerouac dagegen - gut katholisch erzogen - bleibt seiner Heterosexualität treu. Die Keimzelle der Beatnikbewegung, die Ur-Clique sind folgende vier Freunde: Allen Ginsberg, homosexueller jüdischer Intellektueller, der als erster literarischen Ruhm erntet (mit seinem gigantomanen Gedicht "Howl" - "Das Geheul") und durch dessen ständige Empfehlung auch Kerouac erst als Autor bekannt wird; William Burroughs, brillianter Kopf aus einer reichen amerikanischen Industriellenfamilie, bekennender Drogensüchtiger bis ins hohe Alter, Autor von "Junkie - Bekenntnisse eines unbekehrten Rauschgiftsüchtigen", ausgestoßener Homosexueller, der eine Zeit lang Kerouacs bewunderter Lehrer wird; und vor allem Neal Cassidy, der beste Freund Kerouacs, ein Windhund von großem Charisma, Heimzögling aus Denver in den westlichen Rocky Mountains, Betrüger, Herumtreiber und Herzensbrecher, bisexuell, äußerlich ein Zwilling des gutaussehenden Kerouac. Mit ihm zieht der immer auch zur Melancholie neigende Kerouac durch Amerika, mit ihm nimmt er Marihuana und Amphetamine und redet nächte- und wochenlang ununterbrochen über östliche Philosophie und Frauen und das Leben, während sie kreuz und quer durch Amerika fahren, immer wieder und wieder. Neal verschafft ihm einen Job als Bremser bei der kalifornischen Eisenbahn, und Neals Frau schläft mit Jack, wozu Neal eine sehr ambivalente Einstellung hat. Aber auch sonst teilen sie sich ihre Frauen wie echte Brüder. Leider reichen die wenigen Zeilen hier nicht aus, um eine Ahnung von den Abenteuern, dem Lebensstil, den Freundschaften und menschlichen Verwicklungen zu geben, die die Clique durchlebte.
Jack Kerouac und Neal Cassidy 1952 in San Francisco
Kerouac entwickelte als Autor eine Methode, die er "spontanes Schreiben" nannte. Diese Methode übernahm er aus Briefen seines Freundes Neal, der ihm einmal so einen hundertseitigen Brief schrieb, selber aber nie ein Buch veröffentlichte. Durch nichts sollte der kreative Fluss der Gedanken gehindert werden, jede Idee, jede Äußerung des Herzens sollte ohne Verbesserung, ohne inneren Zensor, niedergeschrieben werden. Grammatik diente nur als eine Technik ähnlich dem Atemholen und wurde ansonsten ganz ignoriert. Kerouac schrieb so sein erstes bekanntes Buch "Unterwegs" auf einer Rolle von 300 Seiten japanischen Papiers, die er aneinander geklebt hatte, weil ihm das ständige Einspannen neuer Blätter in seine Schreibmaschine zu mühsam war bei seinem manischem Schreibfluss. Er beschrieb "die Straße" in einem ihr angemessenem Rhythmus - und der war schnell.
So ist es auch im "Traumtagebuch" gehalten. Wem es nichts ausmacht, einen Text ohne jeden Punkt zu lesen (es gibt tatsächlich nicht einen normalen Satzende-Punkt in dem ganzen Buch), der wird an dem Traumtagebuch seine Freude haben: das genaue, detailreiche Erinnern und spontane Notieren auch der schwierigsten tief empfundenen Gefühle war eine der Stärken Kerouacs. Doch will ich endlich einmal den Autor selber zu Wort kommen lassen mit einem kleinen Auszug aus dem Buch:
"DER GROSSE ORIENTALISCHE KALIF kastriert die Priester mit einem Ausdruck sanften besorgten Mitgefühls, er hat einen kleinen Silberhaken, den er an ihre Teile anlegt, wenn sie zu ihm gehen und ihr Hosentürchen öffnen (aber vom Publikum abgewandt, so daß man den wirklichen Penis und wie es funktioniert nicht sieht) was man tatsächlich sieht ist der Ausdruck enttäuschten Schmerzes auf den Gesichtern der Gläubigen, die anscheinend gedacht hatten, der Kalif würde sie von ihren verderbenbringenden Hoden des Eros befreien, ohne ihre materiellen Körper zu verletzen oder zu verwunden, wie kurz auch immer - ich bin der Nächste in der Reihe, genauso widerstrebend wie ein Dutzend andere, als mir dämmert, was Kastration bedeutet - wenn ich es mit dem Gefühl betrachte weigere ich mich - Es kommt zu einem Zeitpunkt, als ich bereit bin, mit der Entsagung Schluß zu machen und wieder alles erwarte und akzeptiere - ich geh vor und sag "Nein" - Im nächsten Raum sind die Soldaten des Braunen Ostens, zu Aufsehern bei der stillen Kastration der Schüler ernannt - Zwei besonders junge braunhäutige Wachen (nicht in Uniform, sondern wie die Fahrgäste in einem mexikanischen Stadtbus) schlagen sich selbst in unglaubliche Erregung hinein mit Rede und Gegenrede und dann kommen sie, um mich zu bearbeiten - Doch sie taugen nichts, ich wehr sie mit Leichtigkeit ab und geh zum Fenster und rette mich hinaus - Einer meiner alten Heldenfreunde, der mit mir zusammen Mönch war und zuvor Autowäscher in der Lowell Depot Garage hält nun eine Rede für die Mönche und Wachen des Kalifen in der eigentümlichen Lähmung und der Seite zum Hof des Hauses, als ich mich an seidenen Kordeln zu dem Fellaheen Mysterium des Entkommens abseil "Er ist so ein großartiger Flüchtling, ich bitte zu beachten, daß dieser Weltmeister eine Wand hinuntergehen kann, ohne die Wand überhaupt zu berühren" was ich in der Tat ohne jede Schwierigkeit mache - Meine Flucht ist so klar wie die Luft - Meine Feinde haben keinen Halt - Meine Persönlichkeit ist so wenig sie selbst, daß ich nicht mal den Boden, geschweige denn die Wand berühre - Doch der Schmerz von dem silbernen Nußknacker mit einer Hand um den Griff wäre 'wirklich' gewesen, glaub ich, und mach mich davon - Abgesehen davon, ob sie mich nun unter einer Lokomotive oder unter einem Heiligen Baum beerdigen werden, die Leere ist immer die gleiche - Wie ein von der Eierschale befreites Hühnchen, so geh ich los, in keine bestimmte Richtung, lyrisch, Licht"
Das "Traumtagebuch" ist zwar erst 1961 erschienen, aber wie viele Bücher des Autors schon einige Jahre früher entstanden. Sieben Jahre lang reiste Kerouac mit dem Manuskript von "Unterwegs" - das heute millionenfach verkauft ist und als Klassiker der amerikanischen Literatur an den Universitäten gelehrt wird - umher und kein Verlag wollte es haben. In jenen sieben Jahren von 1950 bis 1957 entstanden auch die meisten anderen bekannten Bücher Kerouacs und auch die Träume des "Traumtagebuchs" stammen aus dieser Zeit. Als der Erfolg endlich da war, kam Kerouac damit überhaupt nicht klar. Er sollte auf einmal Sprachrohr der Beatnik-Jugendbewegung sein, und war nun schon 35 und ziemlich herunter gekommen. Die Urbeatniks hatten noch andere Musik gehört - Bebop und Hot Jazz - andere Kleider getragen, hatten sich noch als etwas ganz Einzigartiges gefühlt, und nun wollte Hinz und Kunz auf den Beat-Zug aufspringen. Kerouac wurde zu Intellektuellen-Lesungen eingeladen, in Talk Shows und Literatursendungen. Vor allem aber sahen viele Literaturkritiker ihn nur als verrückten Beatnik-Autor, was Kerouac tief verletzte. Schon in den Jahren zuvor war neben Drogen Alkohol ein Problem Kerouacs gewesen, nun ergab er sich ihm völlig. Er brach mit allen Bekannten, isolierte sich zunehmend und zog zur Mutter, der er von seinen Tantiemen ein kleines Haus gebaut hatte. Dort starb er 1969 im Alter von 47 Jahren als tief deprimierter Säufer. Das Blut des Toten war gesättigt mit Alkohol und Amphetaminen, eine Gewohnheit, von der er anscheinend nie hatte lassen können.
Auch im Traumtagebuch sind die Schatten der mächtigen Dämonen zu erkennen, die ihn umtrieben und schließlich zu einem frühen Tod führten. Ich weiß darum nicht recht, wem ich das Büchlein überhaupt empfehlen sollte. Man braucht starke Nerven dazu. Günstig wäre es sicherlich, wenn man Amerika etwas kennt, da man mit den Schauplätzen der Träume sonst nicht immer viel anfangen kann, und förderlich wäre es sicherlich auch, wenn man selber einmal in einer Jugend-Subkultur unterwegs war, um die Denkweise und oft auch die Sprache zu verstehen. Überhaupt haben seine Bücher wohl einen großen - wenn auch nicht ungefährlichen - Reiz vor allem für junge Leute. Die ungeheure Geschwindigkeit der Sprache, die radikale Offenheit, die forcierte Überschwemmung mit unbewussten Inhalten, der rasante Wechsel der Traumszenen - dies alles hat aber auch etwas sehr Ungesundes. Und dennoch macht gerade dieser schnelle Rhythmus, der rasende Beat, das Faszinierende der Bücher Kerouacs aus. Ohne die tiefe Menschlichkeit und Herzenskraft, die Kerouac eigen ist, wäre das Buch wohl allerdings kaum genießbar. Man spürt bei der Lektüre fast körperlich die Rauschhaftigkeit, mit der der Autor zu Bett gegangen ist - ein Rausch, der oft genug durch Marihuana und Amphetamine erzeugt worden sein dürfte. Für denjenigen, der die Auswirkungen von Drogen auf einen Menschen und seine Träume studieren will, ist das Buch sicherlich zu empfehlen. Wenn man sich einmal etwas träge fühlt, könnte das Buch sicher auch eine anregende Wirkung entfalten und die Traumkraft auf lange vergessene Pfade jugendlicher Sehnsucht und nacktem Rausch an der Lebendigkeit der unbewussten Tiefen führen.
Jedoch sollen Sie selber entscheiden, ob Sie sich dieses Büchlein zu Gemüte führen wollen. Ich lasse darum zum Abschluss den Autor noch einmal sprechen und habe dazu sechs Träume aus dem reichhaltigen Fundus ausgewählt. Allein wegen dieser großen Zahl echter und ehrlich aufgeschriebener Träume eines großen Künstlers gehört das Büchlein schon auf den Gabentisch eines jeden Traumbegeisterten. Das kleine Geschenk einer Auswahl der Träume wollte ich Ihnen - bezaubernde Leserin und teurer Leser, die bis hierher durchgehalten haben - jedenfalls noch machen. Ich habe mich bemüht, die interessanteren und lesbareren Träume aus dem manchmal chaotischen Traumdurcheinander des Buches auszuwählen. Verzeihen Sie mir, wenn es Ihren Geschmack doch nicht ganz treffen sollte, aber solch detaillierte Traumtagebücher von Autoren sind nun einmal rar.
Ich wäre glücklich, wenn Sie mir weiter treu blieben, denn demnächst werde ich hier das große "Buch der Träume" von Ignaz Jezower aus dem Jahre 1928 vorstellen und später noch einige weitere meiner Kostbarkeiten und Raritäten zum Thema Traum.
Mit den allerfreundlichsten Grüßen,
Ihr Michael Masters...
der gerne Ihre Kritik und Anregungen beantworten wird.
ICH HATTE ZWEI KATZEN im gespenstischen Amsterdam, eine kleine lebhafte gelbe, eine größere graue, für mich waren sie wie Kinder - ich geh die Straße runter, auf der Suche nach der Tragödie die irgendwas mit Ma's Schwangerschaft zu tun haben muß, komm aus der Billardhalle raus - der Mond - ich hör Lärm, dreh mich um, mein Gott, große Aufregung, eine riesige magere Dogge rennt über die Straße mit meiner Katze im Maul - ich fang an zu rennen, um sie aufzuhalten - ich weiß, es ist zu spät - mein armes liebes Kätzchen wird sterben, ich weiß, mein kleiner Hüpfer ist bereits in der Kehle dieser Baskerville-Bestie - oh, von wo kam nur dieses furchtbare geisterhafte Untier??!! - ich schrei, als ein riesiger Bus vorbeidonnert - drinnen höre ich mein Kind weinen - auf der Straße mach ich für die grinsenden Männer, die aus dem Rückfenster schaun, eine Pantomime, daß mein kleines Kind da drin ist, ich mach die Zeichen, sie lachen bloß, doch drinnen greift eine kräftige Frau ein, veranlaßt den Busfahrer, zu halten - der Bus stoppt - das Gepäck ist wie bei Flughafenbussen - das Kennzeichen zeigt QUEBEC - ich öffne die hintere Seitentür, spring rein, gehetzt, laut, närrisch, "Ist meine Tochter in dem Bus?" und während ich frage merk ich, daß ich einen großen Fehler gemacht hab und bloß unter Verfolgungswahn leide und obwohl alle (außer der kräftigen Frau) lachen senkt sich ein tödliches Schweigen über den Bus, als niemand antwortet - und natürlich hab ich mich getäuscht, meine kleine Tochter ist nicht hier, ich bin verrückt und weiß es und alle anderen auch - ich kletter wieder raus - dabei schau ich die Straße hoch und seh meine tragische kleine Katze im Maul von dem großen Hund - hilflos schreiend jagen meine Kinder hinter ihm her, seine langen spindeldürren Geisterbeine zeichnen sich helldunkel ab gegen den traumdüsteren Horizont von Amsterdam's mottengewärmten -
ICH LECKE JUNE BEAUTY in einem Schlafzimmer im zweiten Stock irgendwo in der Nähe der Bunker Hill Street mit dem nach Osten reitenden Weißen Pferd, wo wir in der Nacht zuvor nach geheimen dunklen Plätzen zum Bumsen gesucht hatten, in dem mondhellen Schatten eines Hauses, der auf unser Bett oder Fahrzeug fällt, doch nachdem wir einmal angefangen haben, erkenne ich, es war gar nicht so dunkel und sie sehen uns vielleicht im Inneren des Hauses mit den traurigen schwacherleuchteten roten Fenstern (Andeutungen von Pauline Cole und mir, wie wir in der sanften oralen Dunkelheit lachen) - ich bin nicht reich, nicht arm, glücklich liebend - nun sind wir in einem taghellen Zimmer und ich kniee keuchend vor ihr, in Ekstase zuckt sie vor und zurück, ich kaue & arbeite - plötzlich merk ich, daß ein ganzer Haufen Arbeiter auf dem nächstgelegenen Dach alles sehen können, doch jeder von ihnen tut so, als würde er überhaupt nicht hergucken und als ich schließlich hochschau (Leidenschaft verbraucht, Blindheit vorbei) haben wir riesige Doppelfenster, die das ganze Dach zeigen - gegenüber der Gasse lacht eine Frau in den Morgen, während wir Sex miteinander hatten, dachte ich undeutlich, sie lacht, weil sie uns gesehen hat, hatte mich aber nicht weiter darum gekümmert - Doch jetzt lacht sie immer noch, während ich auf der Suche nach möglichen verdächtigen Beobachtern herumglotze, in dem Raum der Ewigkeit mit meiner nackten Schönheit -
EIN TURM IST GEBAUT WORDEN in New York, um zu zeigen, wohin die Atombombe gelegt wird, wenn die Zeit gekommen ist, die Stadt in die Luft zu jagen - Ankündigungen deuteten auf nächsten Monat hin und die Evakuierungen haben begonnen - Man sieht die Stadt jetzt bei Nacht - dunkel, unter einem schwachen Mond, vereinzelte Lichter überall von der verminderten Bevölkerung - Ich bin da auf einem traurigen Wohnhausbalkon und plane meine Abreise den nördlichen Fluß rechts hoch - Die ganzen Puertorikaner bleiben noch im untergangsgeweihten New York, um die üppigen Überbleibsel einer einst reichen Stadt noch einen letzten Monat lang auszukosten - ein Versuch, ihre ganze Manhattan Liebe aufzufressen - ihr Manhattanana, bevor sie es für immer verlassen müssen - ich schau im Mondlicht auf den Turm, er sieht so drohend, wach, leichentuchartig aus, zu sterben-
Anmerkung: die Türme des World Trade Center waren damals noch nicht einmal geplant - trotzdem, könnte man meinen, eine hellseherische Vision...
TRAURIGE GESCHICHTE VON DER EISENBAHN, ich bin ein Bremser, jung, unerfahren, arbeite in einem weiten erleuchteten Land mit meinem Vogel an der Leine - nach jedem Trip nehmen mir's die Vogelhalter der Eisenbahn aus der Hand - ich mach meine Arbeit, beende eine Tour, die in irgendein abgelegenes Land ging (davon später mehr) - komm zum Schluß schließlich an der Küste an, verlaß den Zug und plötzlich verlier ich den Vogel und er flattert mitsamt der Leine in den Himmel - "He!" schrei ich - es ist vor auch schon passiert, man bekommt Minuspunkte - "Wohin wird er fliegen?" frag ich die Vogelhalter, deren traurige Arbeit mit Käfigen und Samenkörnern in dunklen Eisenbahn-Vogelställen mir nie zuvor bewußt geworden ist - vielleicht find ich ihn eines Tages wieder, in einem Giebel nistend und immer noch mit der Leine um sein kleines Genick- oder in einem Sandnest am Strand - doch bis dahin - Es wechselt über zu einer sentimentalen George Sanders Komödie, er besitzt einen Antiquitätenladen, ist Junggeselle, ein wunderschönes Mädchen möchte etwas bei ihm kaufen, die Romanze beginnt, er führt sie zum Essen aus, in einer Schachtel schenkt er ihr eins von seinen teuren Stücken (ein Geschenk 'vor dem Essen', das mir irgendwie unwichtig erscheint) - sein Partner holt es - und die ganze Zeit weiß man, daß George eines Tages den Vogel wiederfinden wird - doch er scheint was dagegen zu haben, weiter in so einem sentimentalen Film mitzumachen, und mein Herz zittert, mir läuft's kalt über den Rücken in der Hoffnung, daß George Sanders seinen Vogel finden wird ... er lehnt die Idee ab und hat bereits das Stück und seine Rolle darin satt und man weiß, daß der Film kein Erfolg sein wird - irgendwo in seinen Antiquitäten, in seinem Laden, Mansarde, Empore, in der Traurigkeit des Traums wird der angekettete Vogel wieder auferstehen - Tränen - das erleuchtete Land, in das die Eisenbahn verläuft ... ein Mann fuhr uns alle in einem Auto zu einem Picknick, wegen einer Abkürzung verließ er die Straße und fuhr über ein paar Doppelschienen, jedoch mit einer uneinsichtigen Kurve, so daß man nie wußte, ob ein Zug kommt oder nicht und obwohl ich bloß ein kleiner Junge bin, hab ich doch lang genug bei der Eisenbahn gearbeitet und fühl mich verpflichtet und sogar berechtigt, zu rufen 'Mach das nie wieder! es ist das Gefährlichste, was man machen kann - such dir einen anderen Weg, um die Schienen zu überqueren!' und jeder hört respektvoll zu, sogar mein Vater, Pop, der auch hätte verärgert sein können, weil ich einen alten Freund von ihm angeschrien hatte, doch sie kennen und respektieren meine Eisenbahnkenntnisse und nicken und stimmen mir zu, doch plötzlich seh ich, daß die Doppelschienen hinter der Kurve in einem doppelten Prellbock enden, also war's überhaupt nicht gefährlich und ich sag "Oh, dann ist's ja in Ordnung, ich dachte..." - und in der Zwischenzeit werden unten in der Bahnstation Züge beladen, kommen an und fahren wieder ab - Wir haben ein großartiges Picknick, ich bin unter einer Tribüne und finde im Schutt schöne frische Äpfel, alle Arten von Früchten für Ma und vor allem möchte ich Pflaumen für sie haben, finde aber nur eine gute und bring alles ganz stolz zu ihr zurück zum Picknick im Sand und sie dankt mir - Während dieser Zeit bekomm ich den Vogel und arbeite mit ihm - bis mich meine Arbeit zu dem Ufer führt, und dann der Verlust - ich seh ihn schwächlich in den Himmel flattern mit der schweren Leine - graue Wolken
Anmerkung: Träume von seiner Zeit als Bremser bei der kalifornischen Eisenbahn kommen im 'Tagebuch' häufig vor...
IM FREMDEN VERSCHNEITEN FRISCO nehm ich hinterm Markt eine Abkürzung, ende aber auf dem Land zwischen schneebedeckten Farmen, obwohl sie immer noch 'parallel zum Markt' verlaufen, doch nun macht ein geschlossener Tunnel meine Rückkehr unmöglich und ich und ein anderer Kerl gehen durch die hölzerne Sperrtür und landen in weiten unterirdischen Höhlen voller entflohener orientalischer Kriegsgefangener, die sich dort verstecken - wir bewegen uns in verschiedenen Höhen, tiefer & tiefer, verirren uns immer mehr, unter Felsbrocken, Staub, Müll, Papier, Scheiße, Abwässer, Rinnsale von der Stadt darüber - schließlich find ich die beiden Orientalen, nach denen ich gesucht hatte, bei einem Feuer in der Ecke der weiten Höhle der Ewigkeit und wenn ich nicht aufpaß werden sie mich zum Abendessen rösten, weil's hier unten nichts Eßbares gibt - Oh, was ist nur mit den verschneiten Bauernhäusern geschehen?
MONTREAL, RUSSLAND. Große Szenen mit Eltern in einem Gebäude, eingeschlossen der haltlose Schwager Eddy Jones, der Taxifahrer in dieser fremden dunklen düsteren nördlichen Stadt ist - regnerisch und grau ist alles, als Eddy und ich, der 18 Jahre und noch ein bißchen kindlich ist, in seinem Taxi losfahren, um irgendwas zu holen - Eddy ist wie ein dünner W.C. Fields - "Junge" sagt er "wart hier, bis ich meinen Schluck Whisky hab - Der Ärger mit deinen Leuten ist, dauernd nörgeln sie an einem herum, dies oder jenes zu tun - Ich häng an meiner Freiheit, verstehst du?" - Er fährt weiter durch die ganze Stadt und im verregneten Morgen auf irgendeiner Straße der russischen Ebene und im Nuttenbezirk außerhalb der Stadt kommt er schließlich zu einer gigantischen Straßen-Pflastermaschine, die über die ganze Breite der Straße geht und vier Fuß hoch ist und Schienen für Teer hat, ein alter Arbeiter fährt sie - Eddy knallt sein Taxi direkt hinein, brang, und das ganze Ding zittert und schüttelt sich und bewegt sich vorwärts, nicht schwer - Eddy amüsiert sich köstlich und lacht und ist betrunken & verrückt - Als nächstes rammt er einen Lastwagen und stößt ihn immer weiter zurück (er ist leer) gegen einen Fußgänger, der auf der Straße zu laufen versucht - und weil das Lenkrad eingeschlagen ist folgt der Lastwagen dem Mann in einem Bogen - ein zuvor gerammter Lastwagen oder ein Taxi, ein Fahrer mit Schirmmütze springt raus und zieht einen bösartig aussehenden Revolver mit Holzgriff - "He" sag ich vom Rücksitz des Taxis "ganz ruhig, ich bin bloß Fahrgast" - er hält ihn am Lauf, um ihn zum Schlagen zu benutzen, während der Fußgänger bereits hergerannt ist und Eddy aus dem Taxi gezerrt hat und ihn hart und professionell mit den Fäusten aufs Kinn schlägt, also renn ich auch hin, um dem ein Ende zu machen und schaff's auch, Eddy vor den Schlägen in Sicherheit zu bringen, indem ich ihn an meiner Seite halte - Gerade, als der Taxifahrer seine Beschwerde einbringen will zieht der Fußgänger zu meiner Überraschung eine Pistole aus seiner Tasche und schießt Eddy ganz ruhig einmal in die Brust - Eddy ist überrascht und fühlt den Schmerz erst nachher, und fällt - plötzlich bin ich mit ihm allein auf der scheußlichen stürmischen regnerischen Straße in der Morgendämmerung, es ist keine Arbeitsstraße und so ist niemand in Sicht bis zu den Grenzen der grauen Düsternis - Eddy windet sich und schreit "Hol mir einen Schluck Whisky" - "Aber wo? wie?" ich bin allein mit einem Mann, dessen Verwundung ernst sein kann, ich weiß es nicht, und er will Whisky und liegt schmerzgepeinigt auf der Straße, sentimental, mein verrückter betrunkener Schwiegeronkel - ich bin so beunruhigt, daß ich mir wünsch, ich könnte weggehen - (Doch an der Ecke ist eine die ganze Nacht durch geöffnete Nutten- und Spiel-Cocktail-Lounge, mit blauen Vorhängen in der Plüschtür) - "Ich geh dahin und hol dir einen Schluck Whisky, Eddy?" - "Ja, ja, aber hol eine ganze Flasche, beim Zurückbringen verschüttest du bloß das Glas - " - in meiner Tasche find ich bloß einen 5 Dollar Schein und denk "Für den armen Eddy kann ich schon den allerletzten Schein opfern" doch ich hab Schuldgefühle und bedauere Furcht und Gier-Ängstlichkeit und hör mich selbst sagen "Hast du 5 Dollars" - "Ja, ja, in meiner Tasche, hol's raus" und ich muß seine Taschen durchsuchen, weil er sich nicht umdrehen kann und ich schau hoch, ob mich irgendjemand sieht, denk "Sie werden meinen, ich bin ein Räuber, der sein Opfer filzt" - Scheine fallen raus, ich nehm einen Fünfer und renn zu der Ecke im grauen Nebel, geh in die Bar - Sie wollen mir keine Flasche verkaufen - "Es ist zu spät, was zum Teufel ist mit dir los, weißt du das nicht?" - Es ist dunkel da drinnen, plüschig, blau, goldene Bar, Flaschen, Lichter und im Hintergrund ein Piano und die wenigen Stimmen von Leuten, die bis zur Morgendämmerung durchgetrunken haben - ich möcht ihnen sagen, warum ich die Flasche brauch - Sie reden miteinander - "Mußt bis 8 warten, Stadtverordnung" - Ich werd wütend auf die Welt mit ihren verdammten Regeln und Kommentaren zu Regeln und da draußen stirbt mein Onkel für einen Drink im Regen mit einer Kugel in der Brust, ich schnapp mir eine Flasche vom Regal am Ende der Bar und renn schnell raus - "Sollen sie mich jagen! Eddy wird seinen Drink bekommen!" doch als ich die teilenden Vorhänge erreich hör ich überhaupt keine Bewegungen auf der anderen Seite, sie reden immer noch über die Stadtverordnung und irgendjemand lacht sogar, anstatt also gejagt und angeschrien und angeschossen zu werden komm ich voll klar mit der Whiskeyflasche und Eddy's 5 Dollar Note! - Ich renn schweigend raus und die Straße hoch zu Eddy - Er ist tot - Mit der Flasche und seinem fünf Dollarschein in meinen Händen steh ich über Eddy gebeugt, der gerade eben für immer seine Unschuld zurückgewonnen hat, und weine aus Scham und Bitterkeit
Jack Kerouac
1922 Jean-Louis Lebris de Kerouac wird am 12. März in Lowell, Massachusetts, USA, geboren
1931 Jacks Bruder Gerard stirbt
1939/40 High-School Abschluß, Horace Mann Prep School, NYC
1940/41 Columbia-University, Football-Spieler
1942/43 Arbeit bei der Handelsmarine und als Hilfsarbeiter
1943 Kriegsmarine, Kerouac wird entlassen wegen Paranoia/Schizophrenie
1944 Kerouac trifft William Burroughs, Allen Ginsberg, Lucien Carr.
Heiratet Edie Parker, Scheidung nach zwei Monaten
1946 Jacks Vater Leo stirbt
1946-48 Arbeit an The Town and the City
1947-50 Reisen mit Neal Cassady
1948/49 Erste Fassung von On the Road entsteht
1950 The Town and the City erscheint.
Besuch bei William Burroughs in Mexico City.
Heirat mit Joan Haverty, Scheidung nach sechs Monaten
1956 Kerouac arbeitet als Feuerwächter
1957 Reisen nach Tanger und Paris
1952-60 Kerouac schreibt Visions of Cody, Doctor Sax, Maggie Cassidy, The Subterraneans, San Francisco Blues, Mexico City Blues, Tristessa, Desolation Angels, Lonesome Traveller.
1966 Heirat mit Stella Sampas
1968 Neal Cassidy stirbt.
Reise nach Deutschland, Spanien, Portugal
1969 Kerouac stirbt am 21. Oktober in St. Petersburg, Florida, USA
Die Bücher von Kerouac
The Town and the City (The Town and the City), 1950
On the Road (Unterwegs), 1957, dt. 1959 rororo (geschrieben um 1950)
The Subterraneans (Be-Bop, Bars und weißes Pulver), 1958
The Dharma Bums (Gammler, Zen und Hohe Berge), 1958, dt. bei Rowohlt seit 1963 (geschr. 1955).
Essentials of Spontaneous Prose, 1958
The Last Word, 1959
Belief and Technique for Modern Prose, 1959
Doctor Sax (Doctor Sax), 1959, dt. 1987 Heyne
Maggie Cassidy (Maggie Cassidy), 1959
Mexico City Blues, 1959
Tristessa (Tristessa), 1960 dt. 1965 (geschrieben 1956/57)
Lonesome Traveller (Lonesome Traveller), 1960
Scripture of the Golden Eternity (Die Schrift der goldenen Ewigkeit), 1960
The Book of Dreams (Traumtagebuch), 1961, dt. 1978 Maro-Verlag, letzte Aufl. 2000 rororo
Big Sur (Big Sur), 1963
Desolation Angels (Engel, Kif und neue Länder), 1960, dt. 1971 rororo (geschrieben ca.1957)
Satori in Paris (Satori in Paris), 1966
Vanity of Dulouz (Die Verblendung des Dulouz), 1969
Pie, 1971
Scattered Poems, 1971
Visions of Cody, 1972
Two Early Stories, 1973
Old Angel Midnight, 1973
Heaven and other Poems, 1977
Bücher über Kerouac
Bis ans Ende aller Straßen - Die Lebensgeschichte des Jack Kerouac, Frederik Hetmann, Beltz Verlag, 1989
Beat: die Anthologie, Karl O. Paetel (Hrsg.), Maro-Verlag, 1993
Kerouac, A Biography, Ann Charters, Andre Deutsch, 1973
© 2003 Michael Masters
created by Traumzeit Rubrik: Jack Kerouac Datum: 10. April, 14:30 Uhr
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